Gesellschaftsmitglied
07.10.2006, WELT
Biologie - Hund und Herrchen
Es gibt kein Haustier, welches dem Menschen so nahe steht wie der Hund. Und irgendwie scheint das auf Gegenseitigkeit zu beruhen. Mensch und Hund verstehen sich.
Nur zwischen ihnen scheint die Barriere der Fremdheit überwunden zu sein, die jeder spürt, der sich mit Tieren, insbesondere gezähmten Wildtieren, intensiv beschäftigt.
Löwen, Tiger oder Bären im Zirkus führen zwar die Kunststücke aus, die der Dompteur ihnen beigebracht hat. Aber sie leben offensichtlich in ihrer eigenen Welt.
Das Spezifische des Hundes, das, was im Wortsinne seine Art ausmacht, ist seine vollständige Anpassung an die menschliche Gesellschaft, die nicht nur sein physisches Überleben sichert, sondern auch sein Verhalten und seine Kommunikationsweisen prägt.
Umgekehrt kann man den Hund als erste Kulturleistung des modernen Menschen betrachten. Kulturelle und biologische Evolution verschränken sich in der Urszene dieser ersten Domestikation.
