09.07.2007, WELT
Jung-Unternehmer
Der Hund als Wirtschaftsfaktor
Ob kleine, große, langhaarige, verspielte, alte oder junge – Jennifer Jung betreut sie alle: die liebsten Haustiere der Deutschen.
„Hunde-Tagesstätte" (HUTA) heißt die Geschäftsidee von Jennifer Jung – in Nordrhein-Westfalen ein bisher einmaliges und sehr erfolgreiches Konzept.
Seit drei Monaten ist die „HUTA-Ratingen“ Anlaufstelle für berufstätige Hundebesitzer. Meist sind es Menschen, die trotz Ganztagsjob nicht auf einen Hund verzichten wollen oder die nach einer Trennung vom Partner mit dem Fiffi alleine da stehen.
„Über 50 Prozent der Hunde, die ich tagsüber betreue sind Trennungstiere. Der Partner weiß nicht mehr wohin mit dem Vierbeiner und kommt dann zu uns“, erklärt die Hundesitterin.
Das neue an der rheinischen Tagesstätte ist, dass die haarigen Vierbeiner nicht – wie in den bekannten Hundepensionen oder Pfötchenhotels – über Nacht bleiben.
Sie werden morgens gebracht und abends um 18 Uhr wieder von Frauchen und Herrchen abgeholt. Wie bei einer Kita eben. Damit hat die Hundeliebhaberin ihr Hobby zum Beruf gemacht. „Seit ich 13 bin habe ich mit Hunden gearbeitet“, erzählt die 35-Jährige Existenzgründerin.
Fast jeden Tag ausgebucht
Ihre Einrichtung vor den Toren Düsseldorfs ist schon jetzt fast jeden Tag ausgebucht. Kein Wunder: Auf dem 52.000-Quadratmeter-Gelände gibt es alles, was das Hundeherz begehrt.
Die Hunde können sich auf dem Abenteuerspielplatz vergnügen, auf dem großzügigen Freilaufgelände austoben oder in einer der Blockhütten ausruhen.
„Wir haben sogar eine in die Erde eingelassene Hundebadewanne, in der es sich die Vierbeiner gut gehen lassen können“, sagt die diplomierte Sportmanagerin.
Das Konzept der „HUTA“ ist gut durchdacht: Die junge Existenzgründerin betrieb ein Jahr lang Marktforschung um den tatsächlichen Bedarf an Tagesbetreuungsstätten für Hunde zu ermitteln.
„Ich bin nämlich ganz und gar nicht risikofreudig“, gibt sie zu. Der Businessplan der Hunde-Nanny überzeugte die Banken sofort – leider hat die Suche nach einem geeigneten Gelände fast zwei Jahre gedauert. Dann fand sie ein fünf Hektar großes Gelände mitten in einem Naturschutzgebiet.
Die Betreuung der Bellos ist mittlerweile für die Jungunternehmerin nicht mehr allein zu bewältigen. Zwei ausgebildete Hundetrainer, die selbst eine Hundeschule besitzen, unterstützen sie bei der Betreuung.
Die Zukunftschancen der HUTA sind nicht schlecht: Jede dritte Ehe in Deutschland wird geschieden. Und nach der Scheidung wird das lieb gewordene Knuddeltier häufig zum Problemfall: Wohin auf einmal mit dem Fiffi? Jennifer Jung hat also allen Grund, positiv in ihre Unternehmerzukunft zu blicken.
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