Hundepolitik Die Linke

Hundegesetz/Rasseliste
Arbeitsgemeinschaft Tierschutz und Ökologie,
Die Linke. LV Hamburg

Herrn/Frau

-persönlich- September 2008

Sehr geehrte

die AG wendet sich an Sie, den/die Bürgerschaftsabgeordnete/n, mit folgender Thematik:

Seit vielen Jahren gibt es ein von der CDU, der SPD und der GAL abgesegnetes „Hundegesetz“, welches die Ordnungsbehörden in die Lage versetzt, Hunde in Familien zu beschlagnahmen, weil sie so aussehen, als gehören sie zu denjenigen, die auf der „Rassenliste“ geführt werden und somit als „gefährlich“ einzustufen sind.

Wir sind lange schon der Auffassung, dass die Typisierung von Hunden nach ihrer Gefährlichkeit wissenschaftlich nicht haltbar ist und dass ihre Beschlagnahme in den meisten Fällen eine soziale Katastrophe darstellt. Wir bitten Sie, sich darauf zu besinnen, dass ein Gesetz in unserer Demokratie nur Bestand haben darf, wenn die notwendigen wissenschaftlichen Grundlagenbeachtet worden sind.

Im „Hamburger Hundegesetz“ geht man davon aus, dass gewisse Rassen und ihre Mischlinge unwiderlegbar gefährlich sind. Das ist falsch und stellt eine Herausforderung gegen den gesunden Menschenverstand und gegen die wissenschaftlichen Erkenntnisse dar. Das „Hamburger Hundegesetz“ ist auch geeignet, viele Menschen in tiefen Kummer zu stürzen. Die Hamburger Gesetzgebung macht sich – jedenfalls in diesem Fall- in den Augen Wissender selbst lächerlich.

Wir sind weiter der Auffassung, dass die Abschaffung der „Rassenlisten“ in Niedersachsen eine vernünftige Entscheidung darstellt und zur Glaubwürdigkeit der Politik beigetragen hat. Und deshalb überreichen wir Ihnen das kommentierte Interview mit Hansjoachim Hackbarth, dem Leiter des Instituts für Tierschutz und Verhalten an der Tierärztlichen Hochschule Hannover.

In der Folge wäre es nur konsequent, wenn Sie das Ihre dazu beitragen würden, die damalige Fehlentscheidung für die „Hundegesetzgebung“ zu korrigieren.

Mit freundlichem Gruss

Dirk Schrader, AG-Sprecher

Zur Notwendigkeit einer Arbeitsgemeinschaft

Ökologie und Tierschutz innerhalb der Neuen Linken

Die allseits bekannten Ergebnisse der neoliberalen Wirtschaftspolitik führen zu einer Politikverdrossenheit nie dagewesenen Ausmaßes innerhalb der Bevölkerung . Wem ich auch zu den Themen Einkommensentwicklung, Arbeitslosigkeit, gesellschaftliche Spaltung, Bildungschancen und so weiter und so weiter fragend begegne - um es mit den Worten von Oskar Lafontaine zu sagen: die Wut wächst. Insbesondere ist es die Wut über die eigene Hilflosigkeit…

Was aber diese Menschen ebenso beschäftigt und beleidigt, ist die rasante Zerstörung unserer´Umwelt, eindeutig hervorgerufen durch rücksichtslos durchgesetzte Interessen. Wer die Berichte von Greenpeace liest, der verlernt das Lachen.

Das ist aber auch dann der Fall, wenn man begreift, dass neue Seuchen wie SARS oder Vogelgrippe deshalb entstehen, weil Massentierhaltungen Formen angenommen haben, die durch nichts zu rechtfertigen sind.

Das einzige, was sie rechtfertigt sind die maßlosen Profitinteressen einiger Zeitgenossen, die wiederum der Öffentlichkeit und der Politik die angebliche Notwendigkeit derartiger Zustände vorgaukeln. Wer genau hinsieht und sich nicht blöde quatschen lässt, begreift, dass im Schutz der Umwelt Naturschutz und Tierschutz nebeneinander stehen und untrennbar miteinander verzahnt sind.

Eine Partei wie die Neue Linke, die gerade unter den Qualen der Selbstzerfleischung geboren wird, und sich der sozialen Gerechtigkeit verschrieben hat, darf an den wissenschaftlichen Erkenntnissen über Ökologie und Tierschutz nicht vorbeigehen.

Soziale Gerechtigkeit ohne einen gerechten Naturschutz und einen gerechten Tierschutz kann es nicht geben.

Wir müssen uns immer vergegenwärtigen, daß der Kampf um soziale Gerechtigkeit auch ein Kampf gegen die Zerstörung unserer Umwelt und - zugleich ein Kampf gegen die Verrohung des Menschen gegenüber den Tieren ist.

Mit anderen Worten, wer sich der Die Linke anschließt um einzig das Ziel eines höheren Lebensstandards für sich und seine Familie zu errgattern, ist nicht nur als kursichtig zu bezeichnen, sondern wird politisch scheitern, weil er unglaubwürdig ist.

Mit noch anderen Worten: Ignoranz, besonders vor angekündigten Wahlen, wird im Endergebnis tödlich sein.

Liebe Freunde - innerhalb der Die Linke muss es eine Arbeitsgemeinschaft Ökologie und Tierschutz geben, die ihre Ziele und damit die der Neuen Linken auf diesen Gebieten genau beschreibt.

Das allerwichtigste ist dabei, daß die genau beschriebenen Ziele mit den Erkenntnissen der Wissenschaft konform gehen und nicht zu einem Brief an den Weihnachtsmann verkommen.

Ich verrate Ihnen heute eine Weisheit, die doch wahrscheinlich jeder kennt: „ Wer das Leben der Menschen und der Tiere in gebotener Weise schützt, der gewinnt nicht nur die Herzen der Tiere sondern auch die der Menschen.“

Und das vergegenwärtigen Sie sich bitte immer und immer wieder, besonders vor anstehenden Wahlen in den Bezirken und Parlamenten unserer Städte und Gemeinden.

Ich habe Ihnen deshalb vorzuschlagen, dass wir zunächst in Hamburg und natürlich mit einem Dominoeffekt überall in Deutschland eine Arbeitsgemeinschaft gründen, die den Namen Arbeitsgemeinschaft Ökologie und Tierschutz innerhalb der Die Linke trägt.

Diese AG heißt alle willkommen, die im Kleinen und im Großen mitarbeiten wollen. Wissenschaftler sind aufgerufen, ihre Erkenntnisse zu erklären, jede Katzenmutti und jeder Hundehalter, jeder Kaninchenzüchter und alle Freunde des Waldes und der weiteren Natur, des sauberen Wassers, der sauberen Nahrung – und des sauberen Geistes sind aufgerufen mitzutun, das heißt: zu sprechen, zu schreiben und der Neuen Linken in ihrem Selbstverständnis dienlich zu sein.

Die AG Ökologie und Tierschutz innerhalb der Die Linke sieht sich als Facette in dem gemeinsamen Ganzen: einer Partei der wachen und streitbaren Geister - in der Partei der Sozialen Gerechtigkeit.

Für die zukünftigen Kontakte stelle ich Ihnen eine Web-Adresse und eine Telefonnummer zur Verfügung: info@asmn-hamburg.de und 040-677 21 44

Vorläufiger Themenkatalog:

- Das Tierschutzgesetz – ein Brief an den Weihnachtsmann
- Tierhaltung allgemein
- Die industrielleVermehrung und Haltung von Nutztieren
- Tierernährung
- Tiertransporte
- Züchtung
- Hundehaltung in der Stadt
- Tierhaltung in sozial schwachen Familien
- Der Hund als Lebenspartner
- Kennzeichnungs-, Anmeldepflicht und Hundesteuer
- Der gefährliche Hund, Rassenlisten, Leinenzwang
- Das städtische Tierheim

Dirk Schrader, Hamburg

http://www.asmn-hamburg.de/