17.05.2008 - Berlin: Petra erstattet Anzeige!
17.05.2008, e-mail an leinenlos
Hallo Claus,
die Veröffentlichung meines Briefes begrüße ich sehr. Nur Information und Datenbasis schafft Erkenntnis und Organisation.
Ich habe inzwischen festgestellt, daß der Vorfall vom 09.05.2008
Berlin: Hundehass in Berlin
sich ganz in meiner Wohnnähe zugetragen hat.
Auch legen meine Gespräche mit anderen Hundehaltern sowie
Recherchen in Foren nah, daß von Pöbeleien und körperlichen Übergriffen auf Hundehalter überwiegend körperlich schwächere Hundehalter betroffen sind.
Weiterhin gibt es anscheinend auch einen regionalen Unterschied (Bsp. Göttingen-sehr hundefreundlich).
Die These liegt also nahe, daß Pöbeleien und körperliche Übergriffe auf Hundehalter;Diskrimierung und Ausgrenzung durch die Öffentlichkeit von Hundehaltern abhängig ist von:
- den Einkommensverhältnissen der Bevölkerung
- der intellektuellen Aufgeklärtheit der Bevölkerung (Bildungsstand)
Dies ließe sich unter Umständen durch eine sekundärstatistische Analyse überprüfen, soweit die Ministerien des Innern bereit wären, Daten zur Verfügung zu stellen.
Desweiteren erstaunt mich nicht, daß sich die Parteien mit Blick auf die wissenschaftliche Unqualifiziertheit der Hundeverordnungen einig waren.
Nach der ökonomischen Theorie der Politik werden mit Blick auf den Medianwähler Wahlpakete geschnürt, die eine Wiederwahl höchstwahrscheinlich machen.
Die SPD hat dies mit ihrer "Partei der Mitte" sogar offen proklamiert.
In sozial schwachen Gebieten (betreffend die Mehrheit der Wähler) ist eine Partei tatsächlich nicht in der Lage, die Bedürfnisse der Mehrheit zu treffen.
So werden in das Wahlpaket populistische Themen eingeschnürt, die Feindbilder schaffen. Dabei wird das Mobbing von Minderheiten billigend in Kauf genommen.
Diese Gewalt gegen Minderheiten führt wiederum zu Gewalt. Denn aus psychologischer Sicht wird es bei den diskriminierten Minderheiten zu Verhaltensänderungen kommen
(...wenn Du mich so haben willst, dann bin ich eben so...), die Ausprägung der Verhaltensänderung ist im Einzelfall natürlich abhängig von der Persönlichkeitsstruktur...
Diese Ursache-Wirkungskette ist...sozusagen ein Fall der selbsterfüllenden Prophezeiung...
Soweit zur Theorie!
Ich habe gestern eine Dienstaufsichtbeschwerde gegen das Grünflächen Amt wegen nicht sachgerechter Ausführung der Amtspflicht (Beräumung des Hundeauslaufgebiets) eingelegt.
Hintergrund: Das Hundeauflaufgebiet ist durch Schwarzablagerung von Müll, Möbeln, Scherben zwischenzeitlich zu einem gefährlichen Aufenthalt für Hunde geworden.
Mein Hund hat sich dort seit 01.05. 2 x erheblich verletzt. Dies betrifft auch andere Hunde, so daß viele Besitzer im Interesse ihrer Tiere auf geschützte Grünflächen ausweichen.
Meine Interventionen beim Ordnungamt haben nicht gewirkt.
Im zuständigen Polizeiabschnitt wurde mir nun, als ich damit vorsprach, mit der Schließung des Geländes gedroht, falls ich darauf bestehe, daß die Unfallgefahr tatsächlich erheblich ist.
Daraufhin forderte ich Leinenlos-Sondergenehmigung, da
mein Hund ja irgendwo Auslauf haben muß.
Daraufhin meinte der Polizist, ich dürfe nicht gegen das Gesetz verstoßen, nur weil das Amt seine Pflicht versäumt.
Daraufhin erklärte ich ihm, daß er mich damit nötigt, gegen das Tierschutzgesetz zu verstoßen (artgerechte Haltung). Er sagte
darauf: "Wenn Sie sich nicht in der Lage fühlen, den Hund zu halten, müssen Sie ihn abgeben. Im übrigen gibt es ja in Düppel noch ein Auslaufgebiet ".
Ich erklärte ihm daraufhin, daß dies gerade eine Diskriminierung sei, da mein Wohnort hier und nicht 30 km entfernt ist.
Erst als ich ihm vorschlug, er solle sich an Herrn.... vom Senat
des Innern wenden, der würde ihm schon erklären, wie eine Dienstaufsichtsbeschwerde aufgenommen wird, versachlichte sich die Angelegenheit wieder - und er nahm die Anzeige auf.
Desweiteren stellte ich Strafantrag wegen Verletzung des Tierschutzesgesetzes gegen den Täter (siehe Vorfall vom Samstag).
Nun, schau'n wir mal...
Beste Grüße
Petra
