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12.07.2008 - BILD.de: Das haben zwei Pitbulls aus der süßen Georgina gemacht

Auf der Intensivstation ringt das Mädchen (2) immer noch mit dem Tod Das haben zwei Pitbulls aus der süßen Georgina gemacht
Von ASTRID SIEVERT

Bremen – Dieses Bild ist kaum zu ertragen – es zeigt, was Kampfhunde in Deutschland anrichten können. Der Körper der kleinen Georgina (2) ist in dicke Verbände gewickelt.

Überall sind Schläuche, Monitore, Kanülen. Georginas Mutter steht am Krankenbett, berührt vorsichtig den Arm ihrer Tochter. Zwei Pitbull-Terrier haben das Mädchen zerfleischt. Jetzt kämpft es um sein Leben.

Seit die Hunde ihrer Patentante vor vier Tagen in Ovelgönne (Niedersachsen) über Georgina herfielen, wachen die verzweifelten Eltern an ihrem Krankenbett. Die Tiere rissen dem Kind Teile aus dem Kopf, Rücken, Unterleib. Neun Spezialisten operierten nach der Attacke acht Stunden lang, um Georginas Leben zu retten.

„Sie hat so viel Blut verloren“, sagt Mutter Petra T. (43) weinend. „Wenn der Rettungshubschrauber Minuten später gekommen wäre, sie wäre tot.“ Georgina liegt im künstlichen Koma. Ob sie durchkommt – ungewiss. Die Wunden haben sich entzündet, gestern wurden sie in einer komplizierten Prozedur gereinigt und frisch verbunden.

Bereits zum zweiten Mal muss das Mädchen um sein Leben ringen. Die Mutter: „Georgina war ein Frühchen, kam elf Wochen zu früh. Sie war nur 40 Zentimeter groß. Aber sie hat gekämpft. Wir lieben sie so. Wir wissen nicht, in welchem Zustand wir sie wiederbekommen, wie sie aussehen wird. Es ist uns egal. Hauptsache, meine Kleine lebt.“

Wenn die Eltern bei Georgina sind, spielt ihre Schwester Antonia (1) unbekümmert im Klinik-Garten. Die Älteste, Raphaela (11), fragt immer wieder: „Wann kommt Georgina nach Hause? Wir vermissen sie so.“ Ihre Mutter: „Ich weiß nicht, was ich ihr antworten soll.“

Vater Kai T. (44) hat das Krankenhaus nicht verlassen, seit Georgina eingeliefert wurde. „Ich gehe hier nicht weg, bevor ich sie mit nach Hause nehmen kann“, sagt er. „Ich habe meinen Finger in ihre kleine Hand gelegt. Sie hat ihn sofort fest umschlossen – sie weiß, dass ich da bin.“

Die Familie hat selber einen Hund. Wenn Georgina wieder nach Hause kommt, wollen sie den Schäferhund-Mischling weggeben. Petra T.: „Ich traue keinem Hund mehr.“