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01.04.2008 - Irres Sex-Geständnis eines Stalkers

01.04.2008, BILD
Prozess-Auftakt wegen versuchten Mordes
Das irre Sex-Geständnis eines Stalkers
Von Anja Wieberneit

Fünf Jahre hat er sein Opfer auf Schritt und Tritt verfolgt und die junge Frau schließlich mit sieben Messerstichen beinah umgebracht.

Am Dienstag legte der Stalker im Prozess vor dem Landgericht Hamburg wegen versuchten Mordes ein irres Sex-Geständnis ab.

Janine M. (28) war Krankengymnastin, Peter R. (47) ihr Patient. In der Praxis, in der sie arbeitete, lernten sie sich 2002 kennen. Und dort, so Peter R. in seinem Geständnis, sei es nicht so zugegangen, wie es normal ist zwischen Krankengymnastin und Patient.

Sein späteres Opfer habe ihn sexuell angemacht. Sie habe ihm auch angeboten, ihn zu Hause zu massieren.

Seine ungeheuerliche Behauptung: „Sie erzählte mir, sie wäre gepierct und rasiert. Sie fragte mich auch, ob ich schon mal eine Frau von hinten gel… hätte.“

Weiter: „Dann erfuhr sie, dass ich von Hartz IV lebe und dass bei mir nichts zu holen ist. Da war ihr Interesse schlagartig erloschen. Aber ich lasse mich nicht abspeisen wie ein Schuljunge.“

Von da an verfolgte er Janine auf Schritt und Tritt, ihr unheimlicher Schatten. Auch wenn sie im Firmen-Smart zu älteren Patienten nach Hause fuhr, die den Weg in die Praxis nicht mehr schafften. Da sei ihm endgültig klar geworden, dass sie sich „als Edelmätresse verdingt“.

Ein Beweis für ihn: „Sie zog in eine Luxus-Wohnung!“ Woher will er wissen, dass es sich um eine Luxus-Wohnung handelte? Peter R.: „Sie hatte vier Fenster und einen Balkon.“

Dann der verhängnisvolle 9. Oktober 2007. Janine M. ist auf dem Weg zur Arbeit, es ist 7.50 Uhr und gerade hell geworden. In der Uwestraße in Stellingen nähert sich ihr ein Schatten – Peter R.

Er will reden, sie nicht. Sie weist ihn wieder ab, so wie immer in den vergangenen fünf Jahren. Sie hat sogar eine einstweilige Verfügung erwirkt, dass er sich ihr nicht mehr nähern darf.

Aber diesmal nimmt Peter R. die Abfuhr nicht hin. Er sticht blindwütig auf sein Opfer ein, siebenmal und das so heftig, dass am Ende die 15 Zentimeter lange Klinge in drei Teile zerbricht.

Bei dieser Vorhaltung des Staatsanwalts geht Peter R. wütend dazwischen: „Frechheit, ich habe nur zweimal zugestochen!“

Sein Opfer wurde lebensgefährlich verletzt, ein Messerstich ging bis an die Wirbelsäule, wochenlang bangen die Ärzte um Janines Leben. Sie wurde in ein künstliches Koma versetzt und sie musste mehrere Operationen über sich ergehen lassen.

Janine hatte auch noch eine Schlagverletzung am Auge. Wie kam’s zu der?

Peter R.: „Als sie schon am Boden war und um Hilfe schrie, da hab ich im Reflex mit dem Messerknauf zugeschlagen.“

Und dann behauptet er: „Das alles hat mit Stalking nichts zu tun. Ich wollte mir nur Klarheit verschaffen.“ Der Prozess geht weiter.