06.04.2008 - FORD-Chef: Millionensegen trotz Milliardenverlust
06.04.2008, MANAGER MAGAZIN
FORD-CHEF
Millionensegen trotz Milliardenverlust
Obwohl der Autobauer Ford 2007 Milliardenverluste hinnehmen musste, konnte sich Unternehmenslenker Alan Mulally über unter anderem einen satten Bonus freuen.
New York - Ford-Chef Alan Mulally (63) ist im vergangenen Jahr ungeachtet eines erneuten Milliardenverlusts mit knapp 21,7 Millionen Dollar (13,8 Mio Euro) vergütet worden.
Das geht aus Unterlagen des zweitgrößten US-Autokonzerns hervor, die am Freitag bei der amerikanischen Börsenaufsicht SEC veröffentlicht wurden.
Zu Mulallys Grundgehalt von 2 Millionen Dollar kam demnach ein Bonus von 4 Millionen hinzu sowie Aktien und Optionen im Wert von rund 11,2 Millionen Dollar. Das Paket schließt auch gut 750 000 Dollar für Flüge des Konzernchefs ein.
Ford-Chef: Mulally lenkt das Unternehmen bis 2011 - das zumindest besagt der Vertrag. Allerdings läuft die Suche nach dem Nachfolger bereits.
Der Chef der Automobilarbeiter-Gewerkschafft UAW, Ron Gettelfinger, verurteilte die Vergütung als überhöht und ungerechtfertigt.
Die Gewerkschaft hatte im vergangenen Jahr angesichts der Milliardenverluste des Konzerns erheblichen Abschlägen zugestimmt. "Wir haben keine Opfer erbracht, damit das Management Freiraum für mehr Einkommen hat", kritisierte der Gewerkschaftschef. Ford Chart zeigen verbuchte im vergangenen Jahr einen Verlust von 2,7 Milliarden Dollar.
Im Jahr 2006 mit dem Rekordverlust von 12,6 Milliarden Dollar war Mulally für nur wenige Monate im Amt mit knapp 28,2 Millionen Dollar vergütet worden. Davon entfielen 18,5 Millionen auf einen Bonus, mit dem er für entgangenes Einkommen bei seinem früheren Arbeiteber Boeing Chart zeigen entschädigt werden sollte.
Allerdings sehen die Ford-Verluste 2007 verglichen mit dem Rekordminus von 39 Milliarden Dollar bei der amerikanischen Nummer eins General Motors Chart zeigen noch moderat aus. Ford gilt bei vielen Experten als aussichtsreichster Kandidat für eine erfolgreiche Sanierung. Mulally verspricht schwarze Zahlen von 2009 an.
Erst vor wenigen Tagen gab Ford die britischen Traditionsmarken Jaguar und Land Rover für 2,3 Milliarden Dollar an den indischen Autobauer Tata Motors Chart zeigen ab. Angesichts der Milliardenverluste fehlten Ford sowohl die Finanzkraft als auch die Geduld für ein Aufpäppeln der einst feinen, aber vergleichsweise kleinen Marken.
Vor kurzem nannte Ford auch sechs mögliche Kandidaten für die Mulally-Nachfolge aus den eigenen Reihen. Allerdings läuft der Vertrag von Mulally erst 2011 aus mit der Option auf eine Verlängerung um ein weiteres Jahr.
manager-magazin.de mit Material von dpa
