27.07.2007 - Flickenteppich
28.07.2007, WELT
Von Florian Hanauer
Das dichtbebaute Eimsbüttel bietet Vierbeinern die meisten Auslaufflächen - Altona und Bergedorf sind Schlusslicher - Ohne Hundeführerschein geht in Harburg nichts
Hundegesetz sorgt für Flickenteppich in den Bezirken Für Hunde und Hundehalter ist die Situation in den Hamburger Bezirken höchst unterschiedlich:
Wer einen "Hundeführerschein" hat, ist etwa in Eimsbüttel gut aufgehoben, dort gibt es 84 Auslaufflächen für Vierbeiner.
In Mitte sind es nur 15, in Altona zwölf.
Dies zeigt die Antwort des Senats auf eine Anfrage des CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Lars Dietrich, die der WELT vorliegt.
Nach der Einführung der Leinenpflicht Anfang des Jahres
sollen in den Bezirken Auslaufflächen für Hunde, deren Halter einen Hundeführerschein haben, entstehen, aber auch Bereiche, in denen Herrchen ohne Führerschein ihre Hunde frei laufen lassen können.
Dafür müssen sie überall sonst angeleint werden.
Die Bezirke sind dabei, diese Flächen einzurichten, aber das Tempo könnte unterschiedlicher kaum sein.
Im Einzelnen sieht das Ranking im ersten Teil wie folgt aus:
Für Herrchen und Frauchen mit Hundeführerschein ist Wandsbek ein wahres Paradies. Die Bezirksversammlung hatte dort beschlossen, dass alle "Grün- und Erholungsanlagen" für Hunde mit bestandener Gehorsamsprüfung freigegeben sind, nur drei Anlagen sind von dieser Regelung ausgenommen.
Auch in Nord ist der Leinenzwang in Grünanlagen aufgehoben, in Barmbek-Uhlenhorst allerdings nicht, dort gilt die Anleinpflicht generell in Grünanlagen.
In Harburg hingegen ist der freie Auslauf in allen Parks garantiert.
Erstaunlich:Das dichtbebaute Eimsbüttel bietet gehorsamen Hunden nicht weniger als 84 speziell ausgewiesene Auslaufflächen an.
Im ebenfalls dicht bebauten Bezirk Mitte sind es nur 15 Gebiete.
Das eigentliche Drama: Altona hat trotz seiner vielen Parks gerade einmal zehn, dazu kommen noch zwei in den Waldgebieten am Volkspark und Marienhöhe.
Und Bergedorf besitzt laut Senatsantwort nur vier. Gerade für seinen Bezirk sieht der Bergedorfer Lars Dietrich deshalb dringenden Nachholbedarf. "Leider ist die Zahl der Freilaufflächen und Hundeauslaufflächen dort im unteren Bereich des Bezirksrankings zu finden. Hier muss der Bezirk noch nachbessern.
" Der zweite Teil des Rankings zeichnet ein anderes Bild: Bei den Auslaufflächen für Hunde ohne Führerschein ist Harburg das Schlusslicht, denn dort gibt es überhaupt keine solchen Flächen.
Für einen flächenmäßig großzügigen Bezirk eigentlich nicht verständlich.
Hier punktet Nord dagegen voll, nicht weniger als 31 Grünanlagen bieten freien Auslauf auch ohne Führerschein.
Wandsbek bietet immerhin noch 19 solcher Gebiete, Altona zwölf und Eimsbüttel sieben.
In Mitte gibt es nur zwei Gebiete zum Auslauf ohne Führerschein. Immerhin ist Altona der einzige Bezirk, der laut Senat "weitere Maßnahmen" plant: Dort ist noch die Herausgabe eines Informationsblattes für Hundehalter geplant.
Dass die Bezirke in Punkto Hunde eine solche Spannbreite haben, überrascht auch Dietrich, der darin aber auch eine Folge der neuen Steuerungsmöglichkeiten sieht, die die Bezirke haben.
Trotzdem streicht er heraus: "Mir ist wichtig, dass die Hundebesitzer nicht unnötig weite Wege zu den Flächen zurücklegen müssen. Quartiersnahe Flächen heben die Zufriedenheit der Bürger."
Für jüngere Leute mit Auto sei es kein Problem, weiter entfernte Auslaufflächen zu erreichen, aber was sollten ältere Menschen tun, wenn sie nur eingeschränkt mobil sind und im falschen Bezirk leben?
