Wie "Menschen" unsere Grünanlagen gestalten!

16.08.2006, Abendblatt
Ärger im Bürgerpark

Henstedt-Ulzburg: Verschmutzungen und Beschädigungen nehmen zu. Herausgerissene Gullydeckel, demolierte "Dogstations" und überall Glasscherben. Die Gemeinde appelliert an die Bürger, bei der Suche nach den Tätern behilflich zu sein.

Von Tina Jordan

Henstedt-Ulzburg - Bodo Mundt (64) ist seit acht Jahren blind und seitdem auf einen Blindenführhund angewiesen. Doch sein Flat Coated Retriever Kim ist verletzt und kann dem 64-Jährigen in der nächsten Zeit nur wenig bei der Bewältigung seines Alltages helfen.

Der Rüde verletzte sich kürzlich bei einem Spaziergang im Bürgerpark in Henstedt-Ulzburg an einer Glasscherbe, die ganz offensichtlich von einer zerschlagenen Flasche stammte.

Der Schnitt im vorderen Ballen war tief und musste von einem Tierarzt behandelt werden. Kim kann zurzeit nur mit einem Verbandsschuh vor die Tür gehen.

Herrchen Bodo Mundt muss zurzeit nicht nur auf seinen treuen Begleiter verzichten, sondern hat für die Behandlung seines Hundes bereits 130 Euro aus eigener Tasche gezahlt.

"Es ist eine große Schweinerei, dass ständig Glasscherben überall im Bürgerpark herumliegen. Das ist nicht nur eine große Gefahr für Hunde, sondern auch für Kleinkinder", empört sich der Henstedt-Ulzburger.

Er verlangt von der Gemeinde, dass sie endlich etwas gegen die Verschmutzungen unternimmt.

Die Gemeinde kennt das Problem: Gullydeckel wurden schon herausgerissen und landeten in den Hecken des Parks, drei neue "Dogstations" (Einzelpreis 450 Euro), die Tüten zum Entsorgen des Hundekots enthalten, wurden zerstört.

Die Liegewiesen, Rasenflächen und Wege sind mit Scherben übersät; am neuen Rutschhügel liegen Aschehaufen von Feuerstellen. Das ist die Bilanz von nur einer Woche.

Die Mitarbeiter des Bauhofs mussten jeden Tag zu Räumungsarbeiten in den Park ausrücken", klagt Landschaftsarchitektin Petra Hafemeister aus der Gemeindeverwaltung.

Besonders nach dem Wochenende seien die Beschädigungen groß, so Hafemeister. "Was die ,Dogstations' angeht, da müssen wir jetzt erst einmal ein neues Konzept erarbeiten", sagt die Architektin. Bis dahin werden keine neuen Stationen im Bürgerpark aufgebaut.

Elisabeth von Bressensdorf, stellvertretende Bürgermeisterin, betont in einer Pressemitteilung:

"Seit der Bürgerpark Beckersberg für die Öffentlichkeit zugänglich ist, muss mit Bedauern festgestellt werden, dass die Zahl der Vandalismusschäden und Verschmutzungen sowie die Lärmbelästigung deutlich zugenommen hat."

Sie bittet die Besucher und Besucherinnen des Parkgeländes um Mithilfe bei der Suche nach den Verursachern.

Wenn Personen dabei beobachtet werden, wie sie Einrichtungen im Park beschädigen, sollte sofort die örtliche Polizei verständigt werden, so Elisabeth von Bressensdorf.

17.08.2006, Abendblatt
Hunde-Station demoliert

Winsen - Die Gehwege in Winsens City sollen frei von Hundekot bleiben. Aus diesem Grund ließ die Stadtverwaltung an fünf verschiedenen Standorten entlang beliebter Spaziergang-Routen sogenannte "Hunde-Stationen" aufstellen.

Doch kaum waren die installiert, musste die erste am Fußweg von der Mühlenstraße zum Winsener Schloss ihren Dienst einstellen. Die 400 Euro teure Vorrichtung hielt nur einen Tag lang kostenlose Kottüten für den "Notfall" bereit.

Gestern wurde sie von unbekannten Randalierern vorsätzlich aus der Verankerung gerissen und erheblich beschädigt. Zeugen, die Angaben zu diesem Vorfall machen können, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 04171/6570 zu melden.tis